Bericht zum Auslandspraktikum

Auslandspraktikum in Kroatien vom 22.04.2017 bis zum 13.05.2017

Im Rahmen seiner Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik reiste Nils Leifhelm im April 2017 für drei Wochen nach Kroatien, um sein Auslandspraktikum im Betrieb Pro Automatika d.o.o. zu absolvieren. Er hatte sich bei seiner Berufsschule, dem Berufskolleg Beckum, für das Praktikum beworben. Finanziell wurde das Praktikum durch eine Förderung des ERASMUS-Programms unterstützt.


DSC07280Anreise und Kennenlernen

Meine 3-wöchige Reise begann am 22.04.2017 mit dem Abflug aus Dortmund nach Split. Von dort aus wurden wir mit einem Bus nach Šibenik abgeholt. Die Fahrt dauerte etwa 2 Stunden, ging aber schnell vorüber, da ich mich auf eine sehr interessante und aufregende Zeit freute. Nach der ersten Nacht im Apartment haben wir am ersten ganzen Tag (Sonntag, 23.04) morgens eine Stadtführung gemacht, damit wir den Ort Šibenik besser kennenlernen konnten (für z.B. Wege zum Supermarkt oder Bahnhof).

An unserem ersten Arbeitstag (Montag, 24.04.) wurden wir in die Betriebe gebracht. Mein Betrieb war Pro Automatika d.o.o. , dort wurde ich dem Chef und dem technischen Leiter vorgestellt. Hier wurde mir erklärt, was die Firma für Arbeiten ausführt und dass die Firma 20 Mitarbeiter hat. Das Lager, die Werkstatt und das Bürogebäude waren demnach nicht allzu groß. Anschließend wurde ich von einem Monteur abgeholt, mit dem ich dann zum ersten Arbeitsauftrag gefahren bin. Wir waren eine Stunde unterwegs, ich war schon sehr aufgeregt, was mich gleich erwarten würde.

Dann fuhren wir in einen Yachthafen. Dort erklärte er mir, dass wir auf einer Yacht die Klimaanlage in Betrieb nehmen müssen und prüfen sollen, ob dann alle Funktionen gegeben sind. Von der Yacht war ich sehr stark beeindruckt. Er sagte mir auch, dass zu dem Zeitpunkt die Yachtsaison beginnen würde und dass ich die nächsten drei Wochen viele verschiedene Yachten sehen werde.

Arbeiten auf der Yacht

Als erstes mussten wir auf der Yacht unsere Schuhe ausziehen, damit keine Schäden in den teuren Boden kommen. Anschließend mussten wir auf der Yacht die Klimaanlage einschalten und kontrollieren, ob alle Ventilatoren, Lüfter, Wasserpumpen und Heizstäbe funktionieren. Dieses war gegeben. Danach konnten wir mit der Kontrolle anfangen, ob in der Anlage, also in den Kühlstäben, genug Kühlwasser vorhanden war und ob an der Kühleinheit Lecks festzustellen waren. Nachfolgend haben wir überprüft, ob genug Gas, welches zum Kühlen des Kühlwassers vorgesehen ist, ausreichend gefüllt und mit genügend Druck vorhanden war. Wenn irgendwelche Arbeitsschritte nicht korrekt erfüllt werden konnten, mussten wir diesen Fehler direkt beheben oder zum Schluss in den Unterlagen notieren, damit dies zu einem späteren Zeitpunkt repariert werden kann.

Arbeiten auf der YachtAn der Anlage war aber kein Fehler, demnach hat der Monteur die Unterlagen ausgefüllt und der Service-/Instandhaltungsbeauftragte der Yacht musste diese unterschreiben. In der Mittagspause sind wir, wie in Kroatien üblich, in ein Café gefahren um einen Espresso zu trinken und etwas zu essen. Nach der Mittagspause mussten wir auf eine andere Yacht in einem anderen Hafen. Dort mussten wir nur die Klimaanlagen prüfen, aber nicht in Betrieb nehmen, da die größeren Klimaanlagen jedes Jahr nur geprüft werden müssen. Das bedeutet, dass man eigentlich die gleichen Arbeitsschritte hat, aber weniger Unterlagen ausfüllen muss. Damit war mein erster Arbeitstag perfekt überstanden, und es hat mich gefreut, dass mein Monteur mir direkt alles erklärt und mich in seine Aufgaben eingebunden hat.

Am Dienstag (25.04.) und Mittwoch (26.04.) sah mein Arbeitstag nicht großartig anders aus. Ich war wieder an mehreren verschieden Yachthäfen sowie auf mehreren Yachten und habe ähnlichen Service an Klimaanlagen durchgeführt wie am Montag. Dadurch lernte ich immer mehr dazu und konnte mir schon ein bisschen mehr unter Klimatechnik vorstellen. Ich war auch erstaunt, dass alle Klimaanlagen, egal welcher Bauart, nach ein und demselben Prinzip funktionieren. Außerdem war ich beeindruckt von der Arbeitsweise: Dass man die Schuhe beim Arbeiten auszieht oder in der Mittagspause ins Café fährt, kannte ich bisher nicht. Am Mittwoch habe ich mich außerdem schon richtig wohl gefühlt, da ich von meiner Firma sehr offen empfangen wurde.

Krka WasserflleAusflug zu den Krka Wasserfällen

Am Donnerstag (27.04.) mussten wir aufgrund eines Ausfluges zu den Krka Wasserfällen nicht arbeiten. Die Lehrer von der kroatischen Austauschschule haben diesen Ausflug organisiert, damit wir uns das Wasserwerk, dass mithilfe der Wasserfälle funktioniert, anschauen und zeitgleich einen schönen Tag an den Wasserfällen verbringen konnten. Anschließend sind wir noch zu einer kleinen Insel gefahren auf der nur eine Kirche, ein großes Haus und ein großer Garten sind. Dort haben wir eine Führung bekommen und haben etwas über die Geschichte der Insel gelernt. Der gesamte Tag war sehr beeindruckend und interessant. 

Am nachfolgenden Freitag (28.04.) musste ich wieder arbeiten und habe auf dem Wochenmarkt in Šibenik ein Kühlregal in einem Marktstand mit meinem Monteur repariert. Die Anlage war undicht, und dadurch entstand ein Druckverlust. Dieser hatte zur Folge, dass die Anlage sich erwärmte. Wir haben das Leck zugeschweißt und verdichtet. Anschließend mussten wir nach Zadar, um einen Ölheizstab einer großen Klimaanlage zu tauschen, weil der alte defekt war.

Die erste Arbeitswoche war sehr interessant und umfangreich. Ich habe viel gesehen und viele Erfahrungen mitnehmen können. Außerdem habe ich schon einiges von der Küstenregion von Kroatien sehen können, weil ich in vielen Yachthäfen arbeiten musste.

Über das lange Maiwochenende (29.04.-01.05.) waren unser Lehrer zu Besuch, und wir haben alle zusammen Bootstouren gemacht und mehrere schöne Lagunen, Inseln, die Kornaten (größere Inselgruppe kurz vor dem offenen Meer) und Zadar besucht.

Arbeitsalltag und weitere AusflügeRestliche Werkstatt

Am Dienstag (02.05.) habe ich den ganzen Tag mit einem Monteur in der Werkstatt verbracht, da wir eine Halterung für Klimaanlagen zusammenbauen mussten. Ich habe geflext und die Halterung lackiert.

Von Mittwoch (03.05.) bis Freitag (05.05.) war ich wieder auf Yachten unterwegs, um die Klimaanlagen, wie in der Woche davor, zu warten und zu reparieren. Die Kommunikation zwischen mir und meinen Monteur verbesserte sich von Tag zu Tag.

Am Samstag (06.05.) und Sonntag (07.05.) haben wir noch zwei Ausflüge gemacht. Am Samstag sind wir mit ein paar kroatischen Schülern und den Lehrern auf eine Raftingtour gegangen. Und am Sonntag haben wir eine Falknerei besucht. Dies war auch ein sehr schönes und interessantes Wochenende, da wir wieder viele schöne Orte gesehen haben.

Die letzte Woche habe ich von Montag (08.05.) bis Donnerstag (11.05.) wieder an verschiedenen Yachthäfen auf vielen großen Yachten gearbeitet. Einmal mussten wir Heizstäbe an einem Pool auf einer Yacht austauschen. Sonst habe ich die gleichen Wartungs- und Servicearbeiten gemacht wie in den vorherigen Wochen. Mittlerweile konnte ich schon einiges selbst erledigen und dem Monteur noch mehr helfen als vorher. Der Monteur hat mir im Laufe der ganzen Zeit immer mehr Arbeitsabläufe überlassen, die ich selbst überprüfen konnte. Aufgrund der vielen verschiedenen Yachten und der Arbeitsaufgaben wurde mir nicht langweilig, und das Interesse war an jedem Tag aufs Neue vorhanden. 

Am letzten ganzen Tag in Kroatien (Freitag, 12.05.) mussten wir nicht arbeiten. Alle deutschen Austauschschüler wurden vom Landrat aus Kroatien zu einem Gespräch eingeladen, das hat uns alle natürlich sehr gefreut. Ein Mitarbeiter vom Landrat hat uns ein paar Fragen gestellt. Wir wurden gefragt, ob es uns in Kroatien gefallen hat und wie unser Praktikum war. Wir haben demnach unsere positiven Erlebnisse wie auch kaum negative Erlebnisse erzählen dürfen. Danach haben wir ein Gruppenfoto gemacht, welches später auf einer kroatischen Zeitungsinternetseite gepostet wurde.

WasserwerkAbschluss und Fazit

Anschließend hat mich der technische Leiter meiner Firma noch auf einen Kaffee eingeladen, um über die letzten drei Wochen zu sprechen. Ich erzählte ihm, dass ich sehr viele interessante Dinge gesehen habe und dass ich es überraschend fand, wie die Leute in Kroatien arbeiten und was für eine Arbeitseinstellung die Leute hier haben. Ebenso fand ich es bemerkenswert, auf was für Yachten ich gearbeitet habe und dass ich so etwas niemals in Deutschland zu sehen bekommen hätte. Ich bedankte mich auch dafür, dass mich die Firma mit so offenen Armen empfangen hat und ich mich direkt dort wohl gefühlt habe. Jeder Mitarbeiter hat es wenigstens versucht ein wenig mit mir zu reden. Ich sagte ihm auch, dass der Austausch auf jeden Fall eine Erfahrung fürs Leben gewesen sei, und dass ich sowas gerne nochmal machen würde, um noch mehr Erfahrungen sammeln zu können. Ich hatte in den drei Wochen viel Spaß. Mit den anderen deutschen Austauschschülern habe ich mich auch prima verstanden, so wurde die Zeit nach dem Arbeiten auch unvergesslich. Wir haben viele tolle und manche negative Sachen erlebt, die aber trotzdem unvergesslich bleiben. Als Abschiedsgeschenk bekam ich noch ein T-Shirt von Pro Automatika.

Am Samstag (13.05.) war unser Abreisetag. An dem Tag packten wir, machten die Apartments sauber und ordentlich und gingen alle zusammen nochmal essen. Danach wurden wir mit einem Bus von unserm Apartment in Šibenik nach Split zum Flughafen gebracht. Dort verabschiedeten wir uns von den kroatischen Lehrern und bedankten uns für jeden Ausflug, den wir gemeinsam gemacht und jede Hilfe, die wir bekommen haben. Zum Schluss ging unser Flieger zurück nach Deutschland.

Abschließend kann ich nur sagen, dass das Auslandspraktikum eine sehr wertvolle und spannende Reise war, die ich immer wieder machen würde. Ich sammelte so viele wertvolle Erfahrungen und lernte nicht nur arbeitstechnisch dazu. Ich bin sehr dankbar, dass ich so viele Erfahrungen mitnehmen durfte.